Zeit für was Neues

Nico GehnNichts ist so beständig wie der Wandel und das trifft natürlich auch auf Kultur und damit auch auf die Kaffeekultur zu. Sie ist umringt von vielen Mythen, aber Einigkeit besteht darüber, dass der Ursprung der Kaffeepflanze in Äthiopien liegt, genauer gesagt in der Region Kaffa, die letztlich den Begriff Kaffee, wie wir ihn heute kennen, geprägt hat. Zwar war die Zubereitung von damals nicht vergleichbar mit dem, was wir heute unter Kaffee verstehen, jedoch erfreute man sich schon damals an dem belebenden Effekt des Heißgetränks. Erst später im Reich der Osmanen näherte sich die Machart der heutigen. Erstmals wurden ausschließlich die getrockneten Samen der Pflanze – besser bekannt als Kaffeebohnen – mit heißem Wasser aufgegossen. Folglich öffneten im 16. Jahrhundert im heutigen Istanbul die ersten Kaffeehäuser, bevor der Hype 100 Jahre später zu uns herüber schwappte und die ersten Häuser in Venedig, Wien und Paris aus dem Boden sprossen. Berlin war übrigens ein Spätzünder. Erst 1721 eröffnete hier das erste reine Kaffeehaus. Aber besser spät, als nie.
 
Knapp 300 Jahre später konnte ich während meiner Laufbahn als Gastronom in unserer Hauptstadt immer noch viele Entwicklungen live miterleben. Was für uns heute als völlig normal gilt, wie beispielsweise an jeder Ecke `nen „Cappuccino To Go“ hinterhergeschmissen zu bekommen, war selbst vor 30 Jahren noch undenkbar. Seit 1991 mische ich nun im Café Business mit. Damals gab es nur Filterkaffee so weit das Auge reichte. Das einzig Kreative war Eiskaffee mit Vanilleeis und Sahne. Espresso hatte niemand auf dem Schirm. Im Lauf der 90er Jahre änderte sich das mit dem Einzug der Musikcafés, die sich oft auch Siebträgermaschinen hinter die Tresen stellten. Sie folgten damit dem Trend der Italiener, die hier eindeutig die Nase vorne hatten und immer noch haben. Aus dem Gedanken heraus, die Wartezeit von bisher herkömmlichen Filterkaffee in den Kaffeehäusern zu verkürzen, wurde schon im frühen 20. Jahrhundert in Italien der Grundbaustein der Siebträgermaschine gelegt. Jahrzehnte des Experimentierens verbesserten die Maschinen immer weiter und auch heute führen ständig weitere Optimierungen, wie die perfekte Wassertemperatur und ein sich anpassender Druck während des Brühvorgangs, zu immer besseren Ergebnissen. Es gibt also weiterhin Luft nach oben und Kaffeefreaks aus aller Welt wollen immer mehr aus den Bohnen herausholen.
 
Nico Gehn und der EspresshotEnde der 90er und im Lauf der 00er Jahren fing unsere Gesellschaft an, sich noch weiter zu beschleunigen – und so hielt der „Coffee To Go“ überall  Einzug und machte Kaffeegenuss unterwegs verfügbar. Witzigerweise wurde der Einwegbecher ursprünglich gar nicht für diesen Zweck entwickelt, sondern sollten  während der Spanischen Grippe Anfang des 20. Jahrhunderts für mehr Hygiene sorgen. Erst später wurde es in den Vereinigten Staaten mehr und mehr üblich, Heißgetränke in Papp- oder Styroporbechern rauszugeben. Der durch Aufschwung geprägten Wirtschaft in den 60er Jahren geschuldet, spielte hier wohl eher die Steigerung der Produktivität die entscheidende Rolle, da so der Koffeinkick immer und überall erhältlich wurde. Aber auch hier macht der Fortschritt keinen Halt und immer praktischere Becher kommen auf den Markt. Ein weiteres Beispiel ist der Kapselkaffee, der ebenso dem Gedanken der schnellen und unkomplizierten Verfügbarkeit entsprang. Auf was ich hinaus will: Von der Entdeckung der Kaffeepflanze um 900 n. Chr. über die Entstehung von Kaffeehäusern auf der ganzen Welt bis hin zum Hafer Latte To Go mit Karamellsirup in deinem wiederverwendbaren, tropfsicheren und wärmeisolierten Mehrwegbecher - Kaffeekultur entwickelt sich stets weiter und wird es auch weiterhin tun.
 
Ich habe vieler dieser Entwicklungen als Gastronom durchlebt und aktiv mitgestaltet – vom Musicafé über traditionelle Kaffeehäuser bis hin zu Coffeeshops und mobilen Coffeebars – und ging dabei stets mit offenen Augen durch die Welt. Unser aller Leben entwickelt sich weiter. Das merkt man an sich verändernden Lebensrhythmen und neuen Gewohnheiten. Genau da wollte ich ansetzen. Kaffeegenuss immer und überall möglich machen, unabhängig vom Vorhandensein von Kaffeemaschinen. Mit höchstmöglicher Effizienz bei gleichzeitiger Einfachheit, Praktikabilität und natürlich gutem Geschmack. So wurde der ESPRESSHOT geboren. Anfangs noch eine verrückte Idee, aber nach intensiver Entwicklungszeit und viel Hirnarbeit jetzt gewordene Realität. Das innovative Format ESPRESSHOT vereint alle Komponenten, auf die es in der heutigen Zeit ankommt.
 
Es war Zeit für wat Neues. Hier isset.

Willkommen in der Kaffeekultur 4.0 – modern & unabhängig, immer & überall.

Euer Nico Gehn